(Mehr) YouTube-Abonnenten bekommen: Was Sie tun sollten, was Sie wissen sollten und was gar nicht geht

Wir sind uns einig: Die Abonnenten sind die Währung im Video-Marketing, oder? Wem es gelungen ist, mehr Abonnenten zu bekommen als andere, dessen YouTube-Channel ist angesehener. Aber wie geht das für den eigenen YouTube-Channel?

Was macht das Thema “Mehr YouTube-Abonnenten” so nervig?

Es ist der permanente Konkurrenzdruck. Wer einen YouTube-Channel eröffnet, vergleicht sich mit anderen Channels. Und der Besucher eines Channels macht das Gleiche. Ob ein Channel mit scheinbar wenigen Abonnenten 90% der Zielgruppe erreicht oder nicht, ist scheinbar nicht relevant. Die schiere Zahl ist es, welche die Menschen fasziniert.

So gehen wir vor

Natürlich möchten auch wir viele Abonnenten auf dem YouTube-Channel unserer Kunden sehen. Unsere Kunden wollen das auch und der YouTube-Channel des Kunden wird erfolgreicher sein, wenn mehr Nutzer den Kanal abonniert haben. Dennoch ist hier eine nachhaltige Strategie angesagt. Warum? Wie geht “nachhaltig” auf YouTube? Das erkläre ich in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Sie wissen schon vieles? Dann picken Sie doch aus unserem Inhaltsverzeichnis die fehlenden Edelsteine für Ihre Sammlung heraus und lesen Sie nur, was Sie wirklich interessiert. Bitte sehr.

  1. Die lieben Abonnenten: wozu sind sie wirklich nütze?
  2. Wieviele Abonnenten benötigt man?
  3. Sollte man YouTube-Abonnenten kaufen? (Und wieviel kosten sie?)
  4. Wie schaffen wir es, mehr YouTube-Abonnenten zu bekommen?
  5. Welche Abonnenten sind die teuersten?
Wann abonnieren Nutzer? Wie kann man das beeinflussen? Ich erkläre Ihnen hier, wie Sie für Ihren YouTube-Channel mehr Abonnenten bekommen können. (#01)

Wann abonnieren Nutzer? Wie kann man das beeinflussen? Ich erkläre Ihnen hier, wie Sie für Ihren YouTube-Channel mehr Abonnenten bekommen können. (#01)

YouTube-Abonnenten: (Fast) alles, was Sie wissen sollten

Was ich hier schreibe, stammt ausnahmslos aus Learnings aus Projekten. Es ist also Praxiswissen. Keine Theorien und kein Gurutum. Just facts. Viel Spaß beim Lesen.

1. Die lieben Abonnenten: wozu sind sie wirklich nütze?

Die Abonnenten eines YouTube-Kanals haben mehrere Funktionen. Nicht alle sind bekannt, darum liste ich das mal auf, um es für die nachfolgenden Kapitel als Grundlage zu haben.

  1. Abonnenten geben Reichweite
    Wenn Sie einen neuen YouTube-Clip freischalten, werden alle Ihre Abonnenten darüber informiert. In diesem Fall fungiert Ihr YouTube-Channel als Bewegtbild-Newsletter. Somit bringt Sie ein großer Stamm an Abonnenten Ihren kommunikativen Zielen näher.Nebenbei: Für das Kanal-Abonnement ist kein Double-OptIn nötig. Somit haben Sie bei der Gewinnung der Abonnenten eine Hürde weniger wie beim klassischen Newsletter.
  2. Abonnenten geben Noch-Nicht-Abonnenten Vertrauen
    Wer Sie und Ihren Kanal noch nicht kennt und unvermittelt auf eine stolze Zahl an Abonnenten trifft, nimmt wahr, dass sehr viele Menschen Ihr Unternehmen, Ihre Produkte, Ihre Marke so interessant finden, dass sie Ihrem YouTube-Kanal folgen. Einfacher transferieren Sie Wertschätzung nie wieder.
  3. Abonnenten kommunizieren die Marktposition
    Eine hohe Zahl an Abonnenten signalisiert, dass Sie eine große Zahl von Menschen erreichen. Als Marktführer sollte sich diese Eigenschaft auch auf dem YouTube-Kanal ausdrücken. Die Zahl der Abonnenten ist hier der KPI, die Währung.
  4. Abonnenten verringern die Kosten für neuzugewinnende Abonnenten
    Wer überlegt, einen YouTube-Kanal zu abonnieren, wird einen bereits häufig abonnierten Kanal eher ebenfalls abonnieren. Somit ist Ihre Erfolgsquote in der Abonnentengenerierung umso höher, je höher die Zahl der bereits geworbenen Abonnenten ist. Darum ist es wichtig, bereits frühzeitig Abonnenten zu werben.
  5. Abonnenten ermöglichen eine Kanalvermarktung
    Wenn Sie Ihren Kanal mit der Absicht betreiben, den Kanal selbst zu vermarkten, wird die Investitionsbereitschaft Ihrer Gesprächspartner mit der Zahl Ihrer Abonnenten stark steigen. Eine Investition in die Abonnentengewinnung erleichtert somit den Aufbau Ihres Business Case.

Mit diesem Wissen um die Funktion und Bedeutung der Abonnenten kommen wir nun zur nächsten Frage:

2. Wieviele Abonnenten benötigt man?

Dagi Bee hat 3,5 Millionen Abonnenten. Auch wenn Ihre Zielgruppe, Ihr Marktsegment wesentlich kleiner ist, werden Besucher Ihres Kanals stets unbewusst den Vergleich ziehen. Das ist nicht zu ändern. Ist Ihr Business Case im gleichen Umfeld beheimatet? Dann ist das tatsächlich die Messlatte und Sie müssen sich mit Dagi Bee messen. Ob Sie den eigenen Channel auf gleiche Größe bringen oder möglicherweise mit einer Kooperation oder einem Sponsoring die Reichweite von Dagi Bees Kanal nutzen – das sollten wir im Gespräch erörtern.

Ist Ihre Zielgruppe weniger umfangreich, dann lassen wir die beeindruckende Zahl an Abonnenten von Dagi Bee erstmal so stehen.

Vor Kurzem hatte ich ausgeführt, dass YouTube eine Schwelle definiert hat, ab welcher man einen Kanal “ernst” nimmt und warum das so ist. Das sind 1.000 Abonnenten und eine Wiedergabezeit von 4.000 Stunden.

Auch gegenüber YouTube-Nutzern signalisiert die vierte Stelle klar ein Mehr an Bedeutung. Der von uns betreute Kanal Hundebibel mit seinen über 4.000 Abonnenten steht nicht nur mit seiner Menge an ausgestrahlten Sendeminuten in den Top-20 der deutschen YouTube-Kanäle zum Thema Hund, man erkennt die Marktposition auch bereits über die Abonnentenzahl.

Nutzen Sie Ihren YouTube-Channel zum Bedienen Ihrer Zielgruppe, dann errechnen Sie einfach die Zahl der Personen in Ihrer Zielgruppe. Liegt die Abonnentenzahl unter zehn Prozent davon, erreichen Sie Ihre Kommunikationsziele sicher nicht. Über 30% sind Sie Ihrem Ziel schon wesentlich näher. Zu bedenken ist dabei: Die Bereitschaft zu einem Abonnement ist bei Personen mit niedrigem Lebensalter wesentlich höher. Adressieren Sie sich an Führungskräfte, sind 13.000 Abonnenten als größerer Erfolg zu werten wie im Umfeld von Azubis.

Infografik: Tägliche Veränderung (Zugang und Abgang) der Abonnenten des YouTube-Channel "Hundebibel"

Infografik: Tägliche Veränderung (Zugang und Abgang) der Abonnenten des YouTube-Channel “Hundebibel”

Wenn wir schon wissen, wieviele Abonnenten wir benötigen, dann drängt sich jetzt förmlich die nachfolgende Frage auf, nämlich:

3. Sollte man YouTube-Abonnenten kaufen? (Und wieviel kosten sie?)

Klare Antwort: Ja und Nein!

“Nein” deswegen, weil die gekauften Fake-Abonnenten früher oder später von den feinen Algorithmen von YouTube erkannt und eliminiert werden dürften. Facebook hat es gerade vorgemacht. “Nein” auch deswegen, weil das Vorspiegeln von Abonnentenzahlen eine wettbewerbsrechtlich sehr bedenkliche Handlung darstellt, die zu Abmahnungen führen kann. Rechtsanwalt Dr. Thomas Schwenke erläutert dies am Beispiel von Facebook-Likes.

“Ja”, weil das Werben von Abonnenten stets mit Investitionen verbunden ist und das Werben von Abonnenten somit immer einen “Kauf” im Sinne einer Investition darstellt.

Somit sollte man genauer formulieren: “Nein” zu Fake-Abonnenten und “Ja” zu echten Abonnenten. Keine Kompromisse!

Habe ich Ihnen jetzt alle Hoffnungen geraubt? Dann brauchen Sie die Antwort auf die Frage:

4. Wie schaffen wir es, mehr YouTube-Abonnenten zu bekommen?

4.1 Guter und regelmäßiger Content

Warum klicken Nutzer auf den Abo-Button? Bei den meisten ist es die Begeisterung über das soeben audiovisuell erlebte. Der Wunsch nach mehr davon. Oftmals ist der Kontakt zum Channel neu und der Channel-Betreiber ist dem Nutzer noch nicht bekannt. Da hat der Content überzeugt.

Daher ist die erste Empfehlung: Regelmäßig guten Content ausspielen. Doch welcher Content ist gut? Welche Clips haben performt? Da gibt es verschiedene Indikatoren, KPI-Werte, auf die man achten kann.

  • Interaction Rate: Die Anzahl der Likes / Dislikes
    Warum stellen Sie nicht einfach eine Übersicht zu Ihren Clips zusammen, welche Likes und Dislikes vergleicht? Dividieren Sie anschließend beide Werte und Sie werden erkennen, welche Clips in der Gunst der Nutzer besser bewertet wurden.
  • Die Menge der Likes und Dislikes der Videos im Verhältnis zu den erzeugten Videoaufrufen
    Wir bewegen uns jetzt in Richtung der Interaktionsrate (Neudeutsch: Interaction Rate bzw. Engagement Rate). Natürlich sind Likes besser. Dennoch zählen hier auch die Dislikes. Auch Content, der polarisiert zählt.
  • Die Menge der Kommentare im Verhältnis zu den erzeugten Videoaufrufen
    Oft werden Likes und Kommentare eines Videos zusammen in einen Topf geworfen. Ich bin der Meinung, dass beides getrennt zu sehen ist. Ein Kommentar ist wesentlich hochwertiger, weil mit mehr Aufwand für den Nutzer zu erstellen. Ein Like ist dagegen mit nur einem Klick möglich. Ermitteln Sie also, welche Ihrer Videos pro Kommentar am wenigsten Views benötigen.
  • Die Zuschauerbindung
    Langweilige Videos werden nicht zu Ende gesehen. Während man sich im Kino ziert, rauszugehen, wird bei einem YouTube-Clip gnandenlos weggeklickt, wenn die Spannungskurve fällt. Ermitteln Sie, welche Videos die stärkste Zuschauerbindung aufweisen (Gemessen in Prozent: “Dauer angesehen” im Verhältnis zur “Länge des Videos”) Analysieren Sie, was die Top-Performer unter Ihren Videos anders machen wie die Low-Performer. Richten Sie neuen Content an den Top-Videos aus.

    Infografik: Absolute Zuschauerbindung eines YouTube-Clip

    Infografik: Absolute Zuschauerbindung eines YouTube-Clip

    Infografik: Relative Zuschauerbindung eines YouTube-Clip

    Infografik: Relative Zuschauerbindung eines YouTube-Clip

Wieviele Videos sollten Sie pro Woche oder Monat senden?

Das hängt ein wenig von Zielgruppe, Thema und Budget ab. Wenn Sie Ihren YouTube-Channel aufbauen wollen, sollte es aber jede Woche mindestens eine Ausspielung geben.

4.2 Bewerben Sie erfolgreiche Videos mit Ads

Das Bewerben von Videos per Facebook oder Adwords ist bei vielen Online-Marketeers tabu. Ich bin der Meinung, dass es ein probates Mittel ist, hochwertigen Video-Content zielgerichtet an die Audience auszusteuern. Wenn Sie Ihre performantesten Videos per Facebook Ads oder via Adwords (demnächst ja Google Ads) pushen, werden Sie pro Abonnement einen sehr günstigen Preis erzielen.

Worauf ist beim Bewerben der YouTube-Clips mit Google-Ads zu achten?

Analysieren Sie, zu welchen Tageszeiten Sie die beste Views / Abonnements Ratio erzielen. Schalten Sie die GoogleAds nur zu diesen Zeiten. Das gilt für Facebook Ads genauso.

Infografik: YouTube-Analytics "Echtzeit" für YouTube-Clips auf dem YouTube-Channel "Hundebibel". Die Timeslots sind jeweils ganze Stunden.

Infografik: YouTube-Analytics “Echtzeit” für YouTube-Clips auf dem YouTube-Channel “Hundebibel”. Die Timeslots sind jeweils ganze Stunden.

Welche Views / Abonnements Ratio ist gut?

Eine Views / Abonnements Ratio von …

  • 100 Videoviews pro erzieltem Abonnement oder besser ist Top. Hier spielen Sie in der Top-Liga der YouTuber mit.
  • Bis 200 Videoviews pro erzieltem Abonnement sind Sie immer noch sehr gut.
  • Bei bis zu 400 Videoviews pro erzieltem Abonnement liegen Sie im guten Durchschnitt.
  • Alles darüber ist low performing und bedarf einer Optimierung.

Hatte ich gesagt, dass unser Rekord bei “95” liegt? Nicht, dass ich darauf stolz wäre… Das sollte man nicht denken…

4.3 Kooperieren Sie mit themenverwandten Kanälen

Bitte sehen Sie themenverwandte Kanäle nicht als Konkurrenz an. Sprechen Sie die Kanalbetreiber als Partner auf Augenhöhe an und verabreden Sie eine wechselseitige Vorstellung des eigenen Kanals auf dem Kanal des anderen und Sie werden schneller mehr YouTube-Abonnenten für Ihren Kanal bekommen.

Tipp gefällig?
Sammeln Sie zuerst 100 Abonnenten ein und sprechen Sie dann die ersten Bruder-Channels an, deren Abonnentenzahlen gleich oder kleiner sind. Dort ist man dankbar. Mit steigender Zahl an Abonnenten können Sie größere Kanäle ansprechen. Es ist halt Arbeit, aber das hatte ich glaube ich schon gesagt, oder?

5. Welche Abonnenten sind die teuersten?

Kurze und einfache Antwort: Es sind die verlorenen Abonnenten. Kurze und einfache Begründung. Jeder Abonnent kostet Geld für Werbung und Aufrechterhaltung des Abonnements. Denn: Kein Abonnent bleibt Abonnent, wenn ihm nicht regelmäßig ein Goodie vorgesetzt wird.

Wer einen YouTube-Channel abonniert, tut dies, um mehr oder weniger regelmäßig Content zu erhalten, der zu seinen Interessen passt, der ihn unterhält. Wer einen YouTube-Channel betreibt, wird gut daran tun, regelmäßig frischen Content auszuspielen. Die beste Rate ist “wöchentlich mindestens einmal”. Das sind YouTube-Nutzer von anderen erfolgreichen Channels gewöhnt, das erwarten sie auch … in etwa. Einem geliebten Kanal verzeiht man, wenn er ab und an mal aussetzt, aber dann muss auch wieder was kommen.

Wer also Monat für Monat in die Content-Produktion investiert, zügig Kommentare beantwortet und stetig neue Abonnenten wirbt und dann aus Unachtsamkeit einmal gewonnene Abonnenten vergrault, der zahlt doppelt. Je größer die Zahl an bereits gewonnenen Abinnenten ist, um so größer wird auch die Zahl an abwandernden Abonnenten sein, wenn die Abwanderung einsetzt.

Wandert ein Abonnent wieder ab, nimmt er das Gefühl “Der Kanal gibt mir nichts mehr” (oder noch schlimmer) mit. Das ist dann der letzte Eindruck, den er vom Channel hat und da wird sich auch erstmal nicht mehr viel daran ändern. Diesen Nutzer wieder zu überzeugen, wird schwer, muss man doch die Hürde des letzten Eindrucks überwinden. Umso höher werden deswegen auch die Kosten der Zurückgewinnung sein.

Schussfolgerung? Halten Sie Ihre Abonnenten um jeden Preis. Es wird günstiger sein, als den verlorenen Abonnenten zurückzugewinnen.

Fazit

“Mehr YouTube-Abonnenten bekommen” ist möglicherweise das, was uns gerade plagt. Doch bei all unseren Aktivitäten sollte die Überlegung mitschwingen, wie einmal gewonnene Abonnenten auch gehalten werden können. Tun wir nichts zur Abonnenten-Bindung, sollten wir eventuell die Kampagne zur Abonnenten-Gewinnung noch ein wenig hinauszögern, weil sonst verfrüht die Abwanderung einsetzt.

Wie binde ich YouTube-Abonnenten? Das verrrate ich Ihnen gerne im Gespräch. Rufen Sie mich einfach jetzt an: 06131 / 30292-13. Ich erkläre es Ihnen gerne.

Hans-Jürgen Schwarzer


Bildnachweis: © Shutterstock – #01 byswat und Alexander Lysenko, Titelbild: byswat, alle anderen schwarzer.de

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